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Das Ausbringen der Flöße erfordert viel Zeit und Sorgfalt
2003 war das bisher erfolgreichste Jahr des Projektes zum Erhalt der Trauerseeschwalbe
Im Jahr 2003 brüteten am Bienener Altrhein und am Millinger Meer insgesamt 69 bis 71 Brutpaare. Es wurden maximal 95 Jungvögel flügge. Der Bruterfolg lag damit bei 1,3 JV/BP.
Das Artenschutzprojekt
Nachdem Anfang der 1990er Jahre die letzte Brutkolonie in NRW am Bienener Altrhein verschwand, fasste das Naturschutzzentrum im Kreis Kleve e.V. im Frühjahr 1997 den Entschluss, ein Artenschutzprojekt für die Trauerseeschwalbe zu entwickeln, um diese faszinierende Vogelart wieder am Niederrhein anzusiedeln. Mit finanzieller Unterstützung der LÖBF/LAFAO Nordrhein-Westfalen wurden als Sofortmaßnahme 10 Brutflöße angeschafft und Mitte Mai 1997 auf dem Bienener Altrhein am traditionellen Standort der Kolonie ausgebracht. Der Erfolg dieser Maßnahme wurde durch regelmäßige Nestbeobachtungen wissenschaftlich untersucht, wobei damals ein Hauptaugenmerk auf das Agieren der Rabenkrähen, ein anderer auf die nahrungsökologische Situation während der Jungvogelaufzucht (Art und Herkunft der Beuteobjekte, Fütterungsfrequenz) gerichtet wurde. Aufgrund des überraschenden Erfolges im Jahr 1997 wurde das Programm in den Folgejahren ausgeweitet. Gefördert durch das Land Nordrhein-Westfalen konnten zusätzliche Flöße angeschafft werden. Zwischen 2003 und 2011 wurden regelmäßig 110 bis 140 Flöße eingesetzt, die jeweils zu Beginn der Brutsaison (Anfang Mai) auf den Gewässern installiert und nach dem Wegzug der letzten Brutpaare im Spätsommer/Herbst wieder eingeholt werden. Dies ist notwendig, da die Flöße andernfalls bei einem winterlichen Hochwasser weggerissen würden.
Bestandsentwicklung
Im ersten Jahr des Artenschutzprojektes 1997 wurden 10 Nistflöße am Bienener Altrhein ausgelegt. Auf ihnen siedelten sich neun Brutpaare an – hinzu kamen drei Paare, die erfolglos auf natürlichem Substrat brüteten. In den Folgejahren wurde die Zahl der ausgelegten Flöße immer weiter gesteigert und auch die Zahl der Standorte wurde auf bis zu sechs im Jahr 2003 erhöht. Im gleichen Zeitraum stieg auch die Zahl der Trauerseeschwalben kontinuierlich an und erreichte mit 71 Brutpaaren 2003 ihr bisheriges Maximum. Anschließend ging die Brutpaarzahl wieder bis auf 47 im Jahr 2006 zurück, ohne dass es hierfür einen erkennbaren Grund gab. 2007 erholte sich der Bestand deutlich und erreichte mit maximal 62 Brutpaaren den zwithöchsten Wert in der Geschichte des Artenschutzprojektes. In den Folgejahren sank die Zahl der Brutpaare kontinuierlich und erreichte 2011 mit maximal 35 Brutpaaren etwa das Niveau aus dem Jahr 2000. Insgesamt ist der bisherige Verlauf des Projektes aber positiv zu bewerten, gelang es doch eine stabile Kolonie von etwa 40-50 Brutpaaren zu etablieren.
Der Reproduktionserfolg (flügge Jungvögel pro Brutpaar) lag im Zeitraum von 1997 bis 2001 bei 1,0 bis maximal 1,6 JV/BP und damit überdurchschnittlich hoch, wenn man davon ausgeht, dass die bestandsstützende Reproduktionsrate bei etwa 0,9 JV/BP liegt. Ab 2002 ging sie jedoch deutlich zurück und erreicht 2005 mit 0,5 JV/BP ihren ersten Tiefststand. Die Ursachen hierfür waren im Jahr 2005 eine Kombination aus schlechten Witterungsbedingungen und erhöhten Verlusten durch natürliche Feinde. Zudem boten die Nistflöße den Küken so gut wie keinen Schutz, da der Aufwuchs schon früh von den Flößen gespült wurde. Dies veranlasste uns im Jahr 2006 neue Nistflöße zu testen, die den Jungvögeln einen besseren Schutz vor Feinden und ungünstigen Witterungsbedingungen bieten sollen. In den Jahren 2006 und 2007 erhöhte sich der Bruterfolg wieder auf 0,6 - 0,9 bzw. 0,5 - 0,7JV/BP, um dann 2008 auf 0,16 - 0,2 JV/BP einzubrechen. Die Ursachen hierfür sind unklar. Es steht zu vermuten, dass die Verluste vor allem auf Räuber zurückzuführen sind, während die Witterung nur eine untergeordnete Rolle gespielt hat. Offensichlich boten auch die stark bewachsenen Textilmattenflöße keinen ausreichenden Schutz gegen Fressfeinde. 2009 hatte sich der Bruterfolg wieder erholt. Er brach aber 2010 erneut auf 0,2 JV/BP ein. 2011 erreichten wir endlich wieder eine sehr gute Reproduktionsrate. Aktuelle Zahlen finden Sie hier.





