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11.9.2010 : 2:54 : +0200
Feuerfalter auf Eryngium (Foto W.Ahrendt)

Bedeutung für den Biotop- und Artenschutz

Wuchsorte der Feld-Mannstreu sind oftmals besonders artenreiche Sonderstandorte innerhalb der Aue. Wärmeliebende und düngungsempfindliche Pflanzen wachsen häufig mit ihr zusammen, solange die Bereiche nicht stark aufgedüngt sind. Hornklee, Sichelklee, Hauhechel, Echte Schlüsselblume oder Mittlerer Wegerich (Lotus corniculatus, Medicago falcata, Ononis repens, Primula veris, Plantago media) zählen zu den typischen Begleitpflanzen auf Magerweiden. Selten sind am Niederrhein auch Zypressen-Wolfsmilch, Wiesensalbei oder Echtes Labkraut (Euphorbia cyparissias, Salvia pratensis, Galium verum) mit ihr vergesellschaftet.
Solche bunten Pflanzengemeinschaften sind für die heimische Insektenwelt außerordentlich wertvoll. Das reichhaltige Blütenangebot in Verbindung mit dem warmen Lokalklima lockt eine Vielzahl von blütenbesuchenden Insekten an, wobei die Hauptblütezeit der meisten Pflanzen in den Frühling und Frühsommer fällt, wenn die Wasserversorgung für die Pflanzendecke noch gut ist.

Eine Ausnahme bildet die tiefwurzelnde Feld-Mannstreu, die erst im Hochsommer (Juli-August) blüht und dann eine beliebte Nektar- und Pollenquelle darstellt. Auf ihren Blüten kann man einen Großteil der im Umfeld vorkommenden Wildbienen, Gold- , Grab-, Weg- und Faltenwespen antreffen (WESTRICH 1990).

In trocken-heißen Sommerwochen ist die Feld-Mannstreu mancherorts die einzige nektarspendende Pflanze weit und breit. Entsprechend lebhaft wird sie von Tagfaltern, Hummeln und anderen Hautflüglern angeflogen, obwohl die dornenstarren Büsche für das menschliche Auge spröde und abweisend wirken. Im Gefolge der Blütenbesucher finden sich auch insektenjagende Hornissen, Libellen, Spinnen und Vögel ein, so dass Eryngium-Bestände zeitweilig Zentren des Insektenlebens sind.

Die Feld-Mannstreu ist aber nicht nur als Nahrungslieferant für die heimische Tierwelt von Bedeutung. Sie ist auch ein strukturbildendes Biotopelement in gehölzarmen Grünländereien. Zahlreiche Kleintiere finden in den dornigen Sprossgerüsten Ansiedlungspunkte oder Rückzugsmöglichkeiten. Bereits die lederig-stacheligen Grundblätter sorgen dafür, dass in ihrem Schutz auf kurz abgeweideten Flächen wenigstens einzelne Frühblüher tatsächlich zum Blühen und Fruchten kommen.