Bestand und Gefährdung
Die Feld-Mannstreu hat also eine Schlüsselfunktion für den Artenschutz im Auengrünland. Sie ist in den letzten Jahrzehnten erheblich zurückgegangen, weil sie eine intensive Grünlandbewirtschaftung mit maximaler Düngung, Herbizideinsatz und regelmäßigem Schnitt nicht aushält und weil zahllose Trockenstandorte in der Rheinaue durch Einebnung des Bodenreliefs oder beim Kiesabbau vernichtet wurden. In jüngster Zeit sind viele Bestände bei Deich-Neubaumaßnahmen verloren gegangen; besonders schöne, äußerst blumenbunte Trockenwiesen-Böschungen sind akut von radikalen Deichsanierungen bedroht.
Trotz des Bestandsrückgangs ist die "Dummeldistel" in den Kreisen Kleve und Wesel noch nicht selten. Auch nach der ROTEN LISTE VON NRW (WOLFF-STRAUB et al., 1999) gilt sie im Niederrheinischen Tiefland und in Nordrhein-Westfalen als nicht gefährdet.
Als auffällige Charakterpflanze verdient sie aber die Aufmerksamkeit des naturinteressierten Heimatfreundes und sollte überall dort geduldet werden, wo sie nicht unmittelbar die Nutzung von Wirtschaftsgrünland beeinträchtigt. Insbesondere an Wegrändern, unter Weidezäunen und auf Brachflächen sollte sie bewusst und ganzjährig geschont werden, auch wenn die Gefahr besteht, dass sie von dort aus Flächen wiederbesiedelt, wo sie unerwünscht ist.
Große Bestände haben sich ohnehin nur in Naturschutzgebieten z.B. in den Wisseler Dünen halten können. Dort ist die "Dummeldistel" zwar bei Anwohnern nicht sehr beliebt, weil es wahrlich kein Vergnügen ist, verdriftete nadelspitze "Steppenroller" aus dem Gartenzaun herauszuklauben. Die Eryngium-Bestände sind aber eine Voraussetzung dafür, dass das Gebiet seine herausragende Bedeutung als Lebensraum für seltene Fluginsekten und als deckungsreiche Kinderstube für Rebhuhn und Feldhase weiterhin behält.


