Beschreibung
Wer mit dem Rad oder zu Fuß in der Rheinaue unterwegs ist, wird an Dämmen, unter Weidezäunen und an trockenen Wegrändern vielerorts auf eine fahlgraugrüne, stachelige Pflanze stoßen. Es ist die Feld-Mannstreu, die jeder Laie wegen der scharf stechenden Blattzähne für eine Distel hält. Im niederrheinischen Volksmund heißt sie deshalb auch "Dummeldistel". Im Herbst werden nämlich abgestorbene Pflanzen mitsamt der sperrigen Fruchtstände vom Sturm abgerissen und wie "taumelnde" Stachelgerippe über Auenwiesen und Böschungen gerollt, bis sie sich in Hecken oder Zäunen verfangen. Dabei lösen sich Samen von den trockenen Fruchtständen der sogenannten "Windsböcke" und werden so über beträchtliche Distanzen in der Landschaft verteilt.
Die Gattung Eryngium, zu der auch die Edeldistel (Eryngium planum) in unseren Staudengärten und die seltene Stranddistel (Eryngium maritimum) in den Küstendünen gehören, zählt zu den Doldenblütlern (Apiaceae). Bei der Feld-Mannstreu stehen gelblich-weiße, etwa himbeergroße Blütenköpfchen in einer sparrig verzweigten Trugdolde, die der blühenden Pflanze einen halbkugeligen Umriss verleiht. Am Grunde jedes Blütenköpfchens bilden spitz-lanzettliche Hüllblätter einen sternförmigen Dornenkranz, der die Blüten schützt . Er ist Bestandteil des Abwehrschirms, der begehrliche Mäuler von der Pflanze fernhält.
Der wissenschaftliche Gattungsname leitet sich vermutlich von erynganein (griechisch) = "rülpsen" her. Eryngium ist seit alters her als Heilpflanze gegen Blähungen und Husten eingesetzt worden. Dank ätherischer Öle, Saponine und Gerbstoffe ist sie auch heute noch in einigen Präparaten und Teemischungen gegen Husten und Erkrankungen der Harnwege enthalten.


