Exkurs ökologischer Mehrwert
Karge, ausgemergelte Sandböden sind heute Niederrhein selten geworden. In Zeiten als Rhein und Maas noch ungehindert mäandrieren durften, schufen diese Ströme mit Ihrer Dynamik immer wieder „neue Landschaften“, seien es die Auen, oder die Binnendünen. Hier fanden hochspezialisierte Tiere und Pflanzen einen Lebensraum, der heute sehr selten geworden ist.
Durch eine naturhschutzgerechte Rekultivierung von Abgrabungen können sandige Lebensräume entstehen, die den Tieren ganz ähnliche Bedingungen wie in der Natur bieten. So stellen diese "Sekundärlebensräume" gerade für hochspezialisierte Pflanzen und Tieren eine Nische dar. Ähnlich wie in den angrenzenden niederländischen Maasduinen, finden hier z.B. Kreuzkröte und Langohrfledermaus eine neue Heimat. Auch einige Gräser, wie z.B. das Silbergras, wachsen ausschließlich in solchen „Dünenlandschaften“.
Idee und Ziel des Projektes
Ausgehend von Rekultivierungsgebieten möchte das Projekt ein Konzept entwickeln, welches die ökologische und touristische Verbindung von Rekultivierungen zur gegebenen naturräumlichen und kulturlandschaftlichen Situation ermöglicht. Flusslandschaft, Dünen- und Heidelandschaft (Maasdünen), Bruchlandschaft sowie Hauptterrassenreste werden als hochwertige natürlich entstandene Landschaftstypen mit ihren unterschiedlichen Lebensräumen in einen gemeinsamen Kontext mit den Rekultivierungsgebieten gebracht. Bestehende touristische Infrastrukturen, z.B. Rad- oder Wanderwegrouten, werden aufgegriffen, eingebettet und ergänzt.
Dabei eignen sich die Rekultivierungsgebiete einerseits als Ausgangspunkt für natur-touristische Verbesserungen in der Region, andererseits bieten sie - als bisher weitgehend ungenutzte Flächen - einen großen Spielraum, um an bestehende Ansätze (z.B. Wegeführungen) anzuknüpfen. Hier können ökologisch hochwertige Landschaften entstehen, die dennoch dem Besucher zugänglich und erlebbar gemacht werden.
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