Aktuelle Bestandszahlen
2025 wurden wie in den Vorjahren an vier Standorten jeweils 30 Nistflöße ausgelegt. Das Ausbringen an den Standorten "Praest" und "Köster" am Bienener Altrhein erfolgte am 1. Mai. Die Standorte Millinger Meer und Reeser Altrhein folgten dann am 2. Mai. Da im Vorjahr aufgrund des hohen Wellenschlags am Standort "Köster" alle Gelege verloren gingen, wurde dieser Standort mit einem engmaschigen Vlies eingezäunt. Dies soll den Wellenschlag dämpfen. Gleichzeigig hier wurden 100 gebietsheimische Seerosen gepflanzt, in der Hoffnung, dass die Pflanzen sich etablieren und ebenfalls zur Dämpfung des Wellenschlags beitragen. Hintergrund ist, dass die ausgedehnten See- und Teichrosenfelder am Bienener Altrhein in den letzten Jahren vollständig verschwunden sind. Als dritte Maßnahmen wurden zudem an diesem Standort dreilagige Textilmattenflöße eingesetzt. Leider siedelten sich abe bei "Köster" keine Trauerseeschwalben an. Wir konnten also keine Erkenntnisse über die Wirksamkeit der Maßnahmen gewinnen.
Insgesamt brüteten 2025 auf den 120 ausgebrachten Flößen 68 - 74 Brutpaare [BP]. Damit ist der Brutbestand im Vergleich zum Vorjahr (64 - 71 BP) erneut angestiegen. In der Summe zählten wir 93 Gelege mit insgesamt 227 - 234 Eiern. Es schlüpften 111 Küken, von denen 67 - 69 flügge wurden. Der Bruterfolg liegt damit bei 0,93 – 0,99 JV/BP. In der Literatur wird für die Trauerseeschwalbe 0,85 JV/BP als erforderliche Reproduktionsrate für eine Bestandserhaltung angegeben. Dieser Wert konnte 2025 trotz zahlreicher Gelegeabbrüche und Nestaufgaben erreicht und übertroffen werden.
An den einzelnen Standorten sah es wie folgt aus:
Am Millinger Meer trafen die ersten Trauerseeschwalben am 27. April 2025 ein (2024: 1.Mai). Es siedelten sich 26 Brutpaare an. Das erste Ei wurde am 14. Mai gesichtet. Es wurden insgesamt 81 - 82 Eier gelegt aus denen 39 Küken schlüpfen. Die Schlupfrate lag bei 48 %. Es wurden 32 Küken flügge. Der Bruterfolg erreichte 1,23 Jungvögel/Brutpaar.
Am Reeser Altrhein wurden die ersten Trauerseeschwalben ebenfalls am 27. April 2025 gesichtet und damit zwei Tage früher als im Vorjahr (2024: 29. April). Die erste Brut ließ sich am 13. Mai feststellen (2024: 12. Mai). Es siedelten sich 22 Brutpaare an. Diese legten insgesamt 64 - 67 Eier, aus denen 31 Küken schlüpften. Die Schlupfrate erreicht dementsprechend 46 - 48 %. Es wurden 24 - 25 Trauerseeschwalben flügge. Der Bruterfolg liegt bei 1,09 - 1,14 JV/BP.
Am Standort Praest ließen sich die ersten Trauerseeschwalben am 15. April 2025 beobachten (2024: 6. Mai). Das erste Ei konnten wir am 10. Mai feststellen (2024: 13. Mai). Es siedelten sich insgesamt 25 - 26 Brutpaare an. Diese legten zusammen 82 - 85 Eier, aus denen 41 Küken schlüpften. Die Schlupfrate liegt in Praest damit bei 48 - 50 %. Von den 41 Küken wurden lediglich 11- 12 flügge. Dies entspricht einem Bruterfolg von 0,44 - 0,46 JV/BP.
Am Standort Köster wurden die ersten Trauerseeschwalben am 22. April 2025 gesichtet (2024: 26. April) gesichtet. Der Standort blieb aber unbesiedelt.
2025 brüteten 68 bis 74 Brutpaare der Trauerseeschwalbe an den von uns betreuten Koloniestandorten.
Das ist der höchste Wert der innerhalb des Artenschutzprojektes seit 1997 erreicht wurde. Der Bruterfolg lag 2025 mit 0,93 - 0,99 flüggen Jungvögeln/Brutpaar wieder über dem Niveau des Vorjahres. Die bestandserhaltende Schwelle von 0,85 Jungvögeln/Brutpaar wurde knapp überschritten.



