Aktuelle Bestandszahlen

Im Jahr 2021 brüteten auf den 120 ausgebrachten Flößen 48 - 53 Brutpaare der Trauerseeschwalbe. Damit ist der Brutbestand im Vergleich zum Vorjahr (49 - 52 Brutpaare) nahezu stabil geblieben. Es wurden vier Standorte mit Nistflößen ausgestattet (Bienener Altrhein: Köster und Praest, Millinger Meer, Reeser Altrhein).

Am Millinger Meer wurden 2021 30 Flöße ausgelegt. Die ersten Trauerseeschwalben konnten wir hier am 29. April (2020: 30. April) beobachten. Die ersten Brutpaare wurde am 22. Mai festgestellt (2020: 20. Mai). Insgesamt brüteten hier 18 - 19 Brutpaare, die 50 Eier legten, aus denen 35 Küken schlüpften. Die Schlupfrate liegt damit bei 70 % (2020: 77 - 78 %). Von diesen Küken wurden 26 - 29 flügge. Der Bruterfolg hat sich damit im Vergleich zum Vorjahr fast verdoppelt (2020: 0,93 - 1,03 JV/BP) und lag mit 1,44 - 1,53 Jungvögeln (JV)/Brutpaar (BP) deutlich über der bestandserhaltenden Schwelle von 0,85 JV/BP.

Am Reeser Altrhein werden erst seit 2012 Flöße ausgelegt. Sie wurden seinerzeit direkt angenommen. 2021 kamen hier 30 Flöße zum Einsatz. Die ersten Trauerseeschwalben wurden am Reeser Altrhein am 9. Mai gesichtet (2020: 6. Mai). Die erste Brut ließ sich wie im Vorjahr am 22. Mai feststellen. Insgesamt besiedelten den Standort 11 Brutpaare. Diese legten 26 Eier, aus denen 15 Küken schlüpften. Die Schlupfrate erreicht dementsprechend 58 %. Von den 15 Küken wurden 11 flügge. Der Bruterfolg liegt damit bei erfreulichen 1,00 JV/BP, nachdem im Vorjahr kein Jungvogel flügge geworden war.

Der Standort Praest wurde ebenfalls mit 30 Flößen besetzt. Die ersten Trauerseeschwalben wurden am 26. April und damit zwei Tage früher als im Vorjahr gesichtet. Das erste Ei konnten wir am 21. Mai feststellen. Damit begannen die Trauerseeschwalben einen Tag später als 2020 mit der Brut. Es siedelten sich insgesamt 17 - 18 Brutpaare an (2020: max. 21 BP). Diese legten zusammen 44 Eier, aus denen 29 Küken schlüpften. Die Schlupfrate liegt in Praest damit bei 66 %. Von den 29 Küken wurden 28 bis 29 flügge. Dies entspricht einem Bruterfolg von 1,61 – 1,65 JV/BP. Nach 1,47 – 1,72 JV/BP im Vorjahr liegt er entsprechend auf einem ähnlich guten Nivaeu.

Besonders bemerkenswert war an diesem Standort die Beobachtung, dass ein Paar ein fremdes Küken adoptierte und großzog, parallel dazu das eigene Gelege weiter bebrütete, dieses dann aber irgendwann aufgab.

Am Standort Köster wurden 2021 ebenfalls 30 Flöße ausgebracht. Die ersten Trauerseeschwalben wurden bei Köster am 1. Mai gesichtet. Erstmals seit 2016 siedelten sich auch wieder Brutpaare an. Das erste Ei ließ sich allerdings erst am 9. Juni feststellen und damit fast drei Wochen später als an den übrigen Standorten. Insgesamt brüteten hier fünf Paare, die zusammen 11-13 Eier legten. Aus diesen schlüpften fünf Küken. Die Schlupfrate liegt damit bei 38 – 45 %. Da nur drei Küken flügge wurden, liegt der Bruterfolg bei 0,60 JV/BP. Die Ursache hierfür ist wohl vor allem in Witterungsereignissen wie starken Winden mit Wellengang und Regen zu suchen, da dieser Standort sehr ungeschützt liegt.

Insgesamt kommen wir 2021 auf 48 bis 53 Brutpaare, die zusammen 131 - 133 Eier legten, aus denen 84 Küken schlüpften. Von diesen wurden 68- 72 flügge. Der Bruterfolg liegt mit 1,36 - 1,42 Jungvögeln/Brutpaar [JV/BP] weit über der bestandserhaltenden Schwelle von 0,85 JV/BP und lässt uns hoffen, dass die Zahl der Brutpaare in den nächsten Jahren weiter anwächst.